Maulbeeren

Botanisch zählt der Maulbeerbaum zu der Gattung “Morus” und gehört wie die Feige, zu der selben Pflanzenfamilie, der Familie der sog. “Maulbeergewächsen” (lat. Moraceae).

Innerhalb der Gattung “Morus” gibt es etwa 15 verschiedene Arten. Die bekanntesten bei uns in Europa sind die Arten “Morus alba”, “Morus rubra” und “Morus nigra”, sowie viele entstandene Kreuzungen zwischen “alba x rubra”, welche alle köstliche, essbare Früchte produzieren können.

Maulbeeren haben je nach Art und Sorte unterschiedliche Eigenschaften, Farben und Geschmäcker. Besonders die dunklen Sorten haben wegen dem natürlichen, dunkelblauen Pflanzenfarbstoff “Anthocyanin” auch eine gewisse entzündugnshemmende Wirkung, die sich positiv auf den Darm auswirken kann.

Der Maulbeerbaum ist kälteresistent und verträgt je nach Art und Sorte, sowie abhängig vom Standort -12 bis teils über -20 Grad Celsius und sollte daher in Liechtenstein die Winter problemlos überstehen. Der Maulbeerbaum ist zudem sehr trockenstressresistent und bisher wenig schädlingsanfällig.

Da Maulbeeren sehr schnell und je nach Sorte auch sehr gross wachsen können, sind sie zudem ideale Schattenspender und werden daher in südlichen Ländern schon seit langem in städtischen Gebieten zur Beschattung und Kühlung der Städte gepflanzt.

Die Maulbeere stammt kulturgeschichtlich aus China. Von den Blättern des Maulbeerbaumes ernährt sich die Seidenraupe. Um Seide herzustellen brauchte man also Maulbeerbäume. Die Chinesen haben das bereits schon vor ca. 3000 Jahren v. Chr. erkannt.

Erst mehrere Tausend Jahre später, etwa im 15. Jahrhundert n. Chr. entstand eine eigene Seidenproduktion in Europa, welche dann von Italien aus, auch ins Liechtenstein und die Schweiz übergeschwappt ist.

Noch heute finden sich in Liechtenstein einzelne, mittlerweile verwilderte und vergreiste Maulbeeräume z.B. im Rietgebiet in Schaan. Als kulturhistorisches Zeugnis aus der heimischen Seidenproduktion findet man in Mauren noch heute eine alte Maulbeerallee, den Seidenheckenpfad (https://maps.app.goo.gl/vbyGonWTw82odVyb7).

Für die Seidenproduktion hat man bestimmte Sorten der Maulbeeren gepflanzt, sog. Blattertragsorten, welche viel Blattmasse produzierten, jedoch kaum Früchte. Die Produktion von Seide wurde durch die Industrialisierung und schlussendlich durch die Erfindung der Kunstfaser in Liechtenstein jedoch immer unrentabler und die Seidenindustrie verschwand nach kurzer Zeit wieder aus Liechtenstein und fast aus ganz Europa.

Wer mehr über “Maulbeerbäume in Liechtenstein” lesen möchte, sollte sich den folgenden Artikel von Alexander Frick von 1950 anschauen:

https://publikationen.uni.li/viewer/api/v1/records/000000453_50/sections/LOG_0008/pdf/

Für mich ist der Maulbeerbaum nicht nur kulturhistorisch interessant. Viel mehr schätze ich die Maulbeere wegen den unglaublich schmackhaften, saftigen Beeren die viele Sorten in Massen produzieren. Die Bäume wachsen unglaublich schnell und setzen oft bereits im ersten Jahr nach der Pflanzung erste Früchte an.

Wegen all den erwähnten Eigenschaften ist der Maulbeerbaum für mich ein Baum der Nachhaltigkeit und Zukunft. Er verdient es unbedingt, sich wieder in unseren Gärten und im öffentlichen Raum wiederzufinden und zukünftig vermehrt ausgepflanzt zu werden.

Zu Beginn werde ich primär eine einzlene, sehr besondere türkische Maulbeersorte vermehren, welche es im Sommer 2025 zu kaufen geben wird. Die Sorte hat weltweit verschiedene Namen bekommen. Im englischsprachigen Raum nennt man sie “Black Austurkey”. Diese Maulbeere macht besonders grosse Früchte, welche ein exzellentes, sehr ausgewogenes Aroma besitzen.

Sobald die ersten Pflanzen verfügbar sind, findet ihr sie im Shop.

Auf meinem Youtube-Kanal findet ihr ausserdem Erfahrungeberichte zu Maulbeersorten, die bei mir bereits Früchte tragen: https://www.youtube.com/@passionfruitsliechtenstein