Kakis

Unter Kakis verstehen wir die süssen, orangeleuchtenden Früchte, welche es im Herbst im Supermarkt zu kaufen gibt, oder man in Italien oder im Tessin und natürlich auch andernorts im Spätherbst noch an den Kakibäumen hängen sieht.

Wildwachsend sind Kakis vor allem in China, Japan und Korea beheimatet. In diesen Ländern haben Kakis auch einen anderen Stellenwert als bei uns und es laufen dort weiterhin grossangelegte Zuchtprogramme um noch bessere Kakisorten zu kreieren.

Manchen Leuten sind Kakis auch als Sharonfrucht bekannt, denn es gibt eine bestimmte israelische Kakisorte, welche in grossen Plantagen in der sog. Sharonebene in Israel kommerziell angebaut wird, und daher Sharonfrucht genannt wird.

Der Kakibaum gehört botanisch zur Gattung der Ebenholzbäume, lat. „Diopyros“. „Diospyros“ heisst übersetzt auf Deutsch „Götterfrucht“.

In der Gattung „Diospyros“ gibt drei verschiedene Ebenholzarten, welche die schmackhaften, orangen Früchte produzieren und in unserem kontinentalen Klima überleben können.

Die drei Arten heissen:

  • Diospyros kaki (auch Kakipflaume genannt)

  • Diospyros virginiana (auch amerikanische Persimmone genannt)

  • Diosypros lotus (auch Lotuspflaume genannt)

Diospyros Kaki

Die Früchte vom Kakibaum (Diospyros kaki) nennt man Kakis. Sie sind sehr schmackhaft und werden bis zu 300g gross. Diospyros kaki ist jedoch nur bedingt bis ca. -18 Grad Celsius frosthart und braucht sehr lange Reifezeiten um voll auszureifen. Dies sind mögliche Gründe, warum man hierzulande noch eher wenige Kakibäume in den Hausgärten findet.

Die meisten Kakifrüchte sind bitter, wenn man sie im Spätherbst vor dem ersten Frost vom Baum erntet. Die geernteten Früchte müssen danach noch einige Wochen nachreifen, damit sie ihre Bitterstoffe (Tannine) abbauen. Während des Nachreifens verlieren die Früchte aber auch ihre Festigkeit und können leider erst dann gegessen werden, wenn sie völlig weich und süss sind.

Was kaum einer weiss, ist, dass nahezu alle festen Kakifrüchte, welche wir im Laden kaufen, mit CO2 in Druckluftkammer über mehrere Tage begast werden müssen, damit sie in festem Zustand essbar sind. Durch das CO2 werden die Tannine schneller abgebaut, ohne dass die Früchte dabei ihre Festigkeit verlieren. Unbehandelt hätten nahezu alle festen Kakifrüchte, die es hier zu kaufen gibt, aufgrund ihrer Bitterstoffe, einen unaushaltbar bitteren Geschmack und wären nicht essbar.

Es gibt aber auch weiche Kakis im Supermarkt. Diese sind auf natürlichem Weg am Baum gereift, oder fest geernet und ganz natürlich nachgereift. Sie sind aber weniger lange haltbar und wegen der Konsistenz für den Transport empfindlicher und bei vielen Konsumenten wegen der weichen Konsistenz auch weniger beliebt.

Aber nicht alle Kakis sind im festen Zustand natürlicherweise bitter. Aufgrund des Verhaltes der Bitterstoffe in den Kakifrüchten unterscheidet man vier unterschiedliche Typen bei den Kakis: PCA,PVA, PVNA und PCNA.

Der Typ PCNA ist aus meiner Sicht besonders interessant: PCNA steht für „pollination constant non adstringend“. Das heisst, dass die Kakifrüchte vom PCNA-Typ, unabhängig davon, ob sie befruchtet worden sind oder nicht, wie ein Apfel vom Baum gepflückt und als feste Kakis direkt gegessen werden können, ohne sie nachreifen lassen oder mit CO2 behandeln zu müssen. Das Problem ist, dass die meisten Sorten vom PCNA-Typ spät ausreifen und das Klima in Liechtenstein und generell nördlich der Alpen oft zu wenig Sonnenstunden bietet, damit die Früchte es schaffen gut auszureifen. Es gibt aber auch ein paar wenige frühreifende PCNA-Kakisorten.

Wie immer ist es also eine Frage der richtigen Sorte für das jeweilige Klima. Leider gibt es kaum frühreifende Kakisorten vom PCNA-Typ in Liechtenstein oder der Schweiz zu kaufen. Damit sich das ändert, möchte ich ab Sommer 2025 die ersten Jungpflanzen von nicht adstringierenden (nich bitteren), frühreifenden Kakis vom PCNA-Typ zum Verkauf anbieten können, welche in Zusammenarbeit mit einem guten Freund aus Süddeutschland entstanden sind.

Ein weiterer wichtiger Fakt zu Kakibäumen ist folgender: Alle Kakibäume sind veredelt. Wer sich einen Kakibaum kaufen möchte, der sollte sich erkundigen auf welcher Unterlage seine Kaki veredelt wurde. Weil Spätfrost im Obstanbau immer mehr zu einem grossen Problem wird und zum totalen Ernteausfall führen kann, wenn alle Blüten im Frühling erfrieren, sollte man sich eine Kaki kaufen die auf einer „Diospyros virginiana“-Unterlage veredelt wurde, weil diese etwa 14 Tage später austreibt, als die Kakibäume, welche auf „Diospyros lotus“ veredelt wurden.

Diospyros virginiana

Die Früchte des amerikanischen „Kakibaumes“, korrekterweise die Früchte von „Diospyros virginiana“ nennt man „Persimone“. Die „Persimonen“ sind deutlich kleiner (ca. 80-100 Gramm) im Vergleich zu den Kakis. Die Art „Diospyros virginiana“ ist in Nordamerika beheimatet und ist im Vergleich zum eigentliche Kakibaum („Diospyros kaki“) bis über -30 Grad Celsius absolut frosthart. Die kleinen Persimonen unterscheiden sich ausserdem im Geschmack. Oft erinnern sie im Aroma ein wenig an Rum oder Karamell. Die Persimone wird ebenfalls im Spätherbst, vollreif, aber in weichem Zustand, direkt vom Baum gepflückt und gegessen. Bei den Persimonen sind auch Samen in den Früchten enthalten, was bei den Kakis häufig nicht der Fall ist. Amerikanische Persimone gibt es im Supermarkt nicht zu kaufen. Bäume sind heutzutage dank Online-Baumschulen jedoch gut erhältlich. Auch bei den amerikanischen Persimonen sollte man sich für das Klima nördlich der Alpen möglichst frühreifende Sorten aussuchen. Der Vorteil der amerikanischen Persimone ist, dass sie im Frühling etwa 14 Tage später als die Kakibäume austreiben. Das verringert das Risiko deutlich, dass die Blüten durch Spätfrost erfrieren, was bei Kakis leider immer häufiger zum Problem wird.

Diospyros lotus

Die Lotuspflaume, wie sich Diospyros lotus auf Deutsch nennt, bildet derart kleine Früchte, welche zudem auch noch viele Samen enthalten, dass der essbaren Fruchtfleischanteil vernachlässigbar klein ist. Die Lotuspflaume dient jedoch den meisten Kakibäumen, die man im Handel kaufen kann, als Unterlage. Das heisst, man hat eine Lotuspflaume mit einer Kaki veredelt, weil der Baum dadurch gesünder und schneller wächst.

 

Hybridkreuzungen „Diospyros kaki x Diospyros virginiana“

Um die Eigenschaften beider Diospyrosarten zu kombinieren, ist es einem russischen Züchter Ende der 1950er-Jahre gelungen, eine Kaki mit einer Persimone zu kreuzen, was unter natürlichen Umständlich nicht geschieht. Sein Ziel war es, den guten Geschmack der Persimone mit der Grösse der Kakis zu vereinen, sowie eine möglichst hohe Frosthärte für den Baum zu erzeugen. Mittlerweile ist die Hybridzüchtung in der 4.Generation angekommen und die Ziele wurden mehrheitlich erreicht. Dabei sind sehr interessante neue Hybridsorten entstanden.