Feigen
Die echte Feige (lat. Ficus carica) zählt zu den ältesten kultivierten Nutzpflanzen und ist auch hier in Liechtenstein und der Schweiz in so manchem Hausgarten bereits seit vielen Jahren zu Hause.
Da der Feigenbaum im Vergleich zu anderen Obstkulturen wie z.B. dem Kirschbaum jedoch nur bedingt winterhart ist (bis ca. -15 Grad Celsius), ist die Feige nicht so stark in unserer Kultur und Landschaft verwurzelt, wie dies in mediterranen Ländern der Fall ist.
Aufgrund der Klimaveränderungen, bietet der Feigenbaum gegenüber anderen beheimateten Obstarten aber auch gewisse Vorteile: die Feige kommt besser mit Hitzeperioden und Trockenstress zu recht, als z.B. ein Apfelbaum. Deshalb ist es wichtig, sich jetzt auch nördlich der Alpen mit der Feige genauer zu beschäftigen.
Bei weltweit über 1200 beschriebenen Feigensorten mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften, findet man bei uns nördlich der Alpen oft Feigenbäume der Sorte “brown Turkey” und “lounge d’aout”. Wenn man die Augen offen hält, entdeckt man aber auch einige weitere Sorten, welche oft durch Migration von Menschen aus dem Ausland mit hierher gebracht wurden, um ein “Stück Heimat” ins fremde Land zu bringen, oder es sind Sorten die aus Urlaubsorten mit nach Hause gebracht wurden.
Aktuell versuche ich herauszufinden, welche weiteren Sorten sich besonders gut für unser regionales Klima in Liechtenstein und der Ostschweiz eignen.
Dank aufgeschlossenen Mitmenschen, welche es mir ermöglichen, ihre derzeit noch unbebauten oder brachliegenden Wiesen zu bepflanzen, konnte ich bereits über 100 weitere Feigensorten auspflanzen.
Eines meiner Anliegen ist es, das Angebot und die Vielfalt an Feigen zu erhöhen und passende Feigensorten für unser Klima zu vermehren. Um so auf die Vielfalt des Zukunftsbaumes “Feige” aufmerksam zu machen, und ihm den Einzug in die Hausgärten zu ermöglichen.
Jeder der möchte, soll frische Feigen in Zukunft vom eigenen Baum pflücken können, sei dieser ausgepfanzt im Garten oder im Topf auf der Terasse. Im Shop findest du mein aktuelles Angebot an Feigenpflanzen diverser Sorten, die zum Verkauf stehen. Gerne berate ich dich oder euch gerne auch persönlich vor Ort oder telefonisch.
Wer keinen grünen Daumen hat, aber köstliche, frische Feigen essen will, dem möchte ich in den nächsten Jahren eine Alternative bieten, zu den meist unreifen, fad schmeckenden, importieren Feigen, die im Supermarkt zu finden sind, mit frischen Feigen aus Liechtenstein.
UPDATE SOMMER 2024
Leider hat sich in den vergangenen Jahren nördlich der Alpen, schleichend ein Feigenschädling ausgebreitet und hat 2024 eine Populationsgrösse erreicht, so dass der Schädling nun fast flächendeckend im gesamten deutschsprachigen Raum zu teils massiven Ernteausfällen führt.
Es handelt sich um eine Fruchtfliege:
Die sog. schwarze Feigenfliege (engl. black fig fly / Silba adipata “McAlpine”) legt mit ihrem Stachel, Eier in die runde Öffnung der Feige (Osteolum). Bereits erbsengrosse Fruchtansätze werden befallen, was dazu führt dass in der unreifen Feige eine Larve heranwächst, welche sich dann durch die unreife Feigenfruchtschale durchbohrt und zu Boden fällt. Die Feige kann nicht ausreifen und fällt ab. Auf der Erde gelandet, gräbt sie sich die Larve ein und verpuppt sich um dann als Fruchtfliege wieder hervorzukommen. Dieser Zyklus wiederholt sich mehrmals im Jahr. Der neue Schädling ist sehr ernst zu nehmen. Leider hat die Fliege in unserem Klima noch kaum natürlich Fressfeinde und es gibt noch keine wirklich guten Möglichkeiten sie zu bekämpfen. Die schwarze Feigenfliege birgt zur Zeit für Feigen ein ähnliches Schadpotenzial, wie die Kirschessigfliege bei Kirschen. Auf folgender Homepage sind viele Informationen auf französisch und englisch zusammengetragen: www.silba-adipata.info